Chili
Schärfe neu definiert
Die strauchige Chilipflanze (Capsicum frutescens L.) ist eng mit dem Paprika verwandt und gehört ebenso zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae).

Chili ist eine besonders scharf schmeckende Frucht der Gattung Paprika und ihre Sortenvielfalt ist beinahe unüberschaubar. Die Früchte (oft botanisch inkorrekt als Chilischoten bezeichnet) sind anfänglich grün und verfärben sich zur Reife hin glänzend orangerot bis dunkelrot.
Chilis lieben es heiß und feucht und gedeihen am besten in den tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas, werden aber auch in Nigeria, Uganda, Indien, Thailand und sogar der Türkei angebaut.
Ihre Geschichte ist eng mit der des Paprika verbunden.
Gewürzform
Die geernteten Früchte werden getrocknet und kommen ganz, grob zerkleinert oder gemahlen in Bio-Qualität in den Handel.
Geschmack
Alle Chili-Sorten schmecken brennendscharf und manche sind für den europäisch milde gestimmten Gaumen sogar unerträglich scharf. Ihr Geruch ist charakteristisch, und schon winzige Partikel lösen nach dem Einatmen einen kräftigen Niesreflex aus.
Die unterschiedlichen Chili-Sorten werden nach einer eigens entwickelten Schärfeskala "Scoville-Skala") von 0 bis 10 eingeteilt. 0 entspricht dem Schärfegrad von süßem rotem Paprika, 10 der schärfsten Chilisorte "Habanero". Der Schärfegrad wird mit einem High Pressure Liquid Chromatographen gemessen, ein analytischer Wert, der keine Schärfeeinteilung, die auf die menschliche Sensibilität eingeht, definiert. Bereits Schärfegrad 7 ist für viele Europäer unerträglich scharf und wird als Verbrennung an das Gehirn gemeldet.
Gericht
Chili con Carne zählt zu den Klassikern! Chili ganz, zerstoßen oder gemahlen - je nachdem, wie scharf man es mag - kommt hauptsächlich bei der Bereitung von feurig-scharfen Fleischgerichten zum Einsatz.
Aber auch zum Würzen verschiedener Pickles ist Chili hervorragend geeignet.
Tipp!
Wer einmal zu viel Chili erwischt hat, kann seine verbrannten Geschmacksnerven mit fetthaltigem Frischkäse oder einem Stück Butter löschen. Das Fett bindet den für die Schärfe verantwortlichen Stoff Capsaicin.
Vorsicht, wer mit frischen Chili in der Küche hantiert: Hände und Küchengerät sofort gründlich reinigen und keinesfalls mit den Händen in Augen- oder Nasennähe gelangen. Wer sich doch aus Versehen die Augen gerieben hat, kann nur geduldig warten, bis das Brennen nachlässt. Ein feuchtes Tuch bringt etwas Milderung.
