Zimt
Geschichten aus tausendundeiner Nacht
Zimt (Cinnamomum aromaticum spp.) hat neben seinem unverkennbaren Geschmack und Wohlgeruch eine ganze Menge zu bieten und findet sich selbst in der Bibel bei Moses an einer höchst verfänglichen Stelle...
Ich habe mein Lager mit Myrrhe besprengt, mit Aloe und Zimt.
Komm, lass uns kosen bis an den Morgen und lass uns die Liebe genießen (3. Mose 7, 17-18).
Zimt gilt seit alters her als etwas sehr Kostbares und ist mittlerweile zwar in jedem Supermarktregal zu finden, doch muss man bei der Auswahl geschmacklicher Qualität sorgsam vorgehen. Zimt aus biologischem Anbau (streng kontrolliert nach EU-Verordnung 834/2007 und 889/2008) erfüllt heute höchste Qualitätsansprüche und knüpft an die Sorgfalt und Wertschätzung der überlieferten Gewürztradition an.
Im Land der Zimtbäume
Die Zimtstangen, die wir aus den Regalen der Geschäfte kennen, sind nichts anderes, als die getrockneten inneren Partien der Zweigrinde des Zimtbaumes. Das heutige Sri Lanka gab dem Ceylonzimt seinen Namen und stellt das größte Anbaugebiet für den feinwürzigen Echten Zimt dar.
Der Weiße Zimt - in der amerikanischen Küche wegen seines nelkenartig scharfen Geschmacks geschätzt - gedeiht ausgesprochen gut in Florida in direkter Nachbarschaft zum Weißen Hai und gelangt nur selten über den Atlantik.
Uralter Wanderer der Seiden- und Gewürzstraße
Zimt ist eines der ältesten Gewürze. Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus wurde Zimt in seiner chinesischen Heimat genutzt.
Irgendwann in der vorchristlichen Zeit gelangte das begehrte Gewürz dann über die Seiden- und Gewürzstraßen Innerasiens in den Nahen Osten. Bald schon florierte der Handel mit Zimt: Im Orient galt Zimt als beliebtes Räuchermittel und die Römer nutzten ihn als Weingewürz. Noch heute darf Zimt in keinem Glühwein fehlen.
Vogelnester aus Zimtstangen
Die orientalischen Zwischenhändler verschwiegen oft die Herkunft ihrer Ware; sie erzielten damit wohl einen gewissen Anreiz zum Kauf, wussten aber wahrscheinlich tatsächlich nicht, wo genau der Zimt, den sie feilboten, herkam.
Eines der wildesten Gerüchte, dass sogar noch in Karl Friedrich Beckers Weltgeschichte für Kinder- und Kinderlehrer von 1801 nachzulesen ist, beschreibt, dass es in Arabien Vögel gäbe, die aus Zimtstangen ihre Nester bauten und die man töten müsse, um an das begehrte Gewürz zu gelangen.
Eine Stange Geld und italienische Nudeln
Die wenigen asiatischen Kaufleute, die es geschafft hatten, mit ihren Flößen von Indien nach Arabien durchzukommen, verdienten sich mit ihrer kostbaren Ladung wahrlich eine Stange Geld, und sorgten so dafür, dass immer wieder wagemutige Händler die Fahrt übers Meer wagten.
Die Römer nannten den Ceylonzimt dann Canella, was schlichtweg Röhrchen bedeutet - eine möglicherweise nicht nur sprachliche Verwandtschaft mit der heute nur zu gut bekannten italienischen Nudelsorte Canelloni.
Tipps!
Den besten Geschmack liefern die ganzen Zimtstangen, gemahlener Zimt verliert schnell an Aroma. Zimtstangen lassen sich in der eigenen Küche gut mit einer Reibe zerreiben, so dass man das volle Aroma nutzen kann.
Oft findet man auf der Verpackung von Zimtstangen - ähnlich wie beim Schwarztee - folgende Qualitätsklassen: "whole selected, broken, whole scraped, broken scraped".
Diese werden je nach Herstellung und Provenienz vergeben, wobei whole selected Zimt bester Qualität darstellt.
Je dünner die Rinde von den Zimtbäumen geschabt wurde, desto feiner und aromatischer ist der Zimt - dünnwandige Zimtstangen stellen Zimt bester Qualität dar.
Zimt kommt im wesentlichen aus drei verschiedenen Anbaugebieten zu uns in den Handel:
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Ceylon-Zimt aus Sri Lanka, Hauptanbaugebiete neben Sri Lanka sind die Seychellen und Madagaskar
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China-Zimt aus dem südlichen China
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Indonesien-Zimt aus Sumatra
Der Ceylon-Zimt wird am meisten geschätzt und kommt als Stangen-Zimt oder zu feinem hellbraunen Zimtpulver gemahlen bei uns in den Handel. Insbesondere auf Madagaskar wird qualitativ hochwertiger, zertifizierter Bio-Ceylonzimt produziert.
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