Home  /  Die BIOinfos  /  Gewürze  /  Safran

Safran

68

Mystik, Schönfärberei und Todesstrafe

 

Safran (Crocus sativus L.) gehört zu den bereits im Altertum bekannten Gewürzen. Immer schon war er eine Kostbarkeit und wurde höher als Gold gehandelt.
 
Sowohl die Phönizier als auch die alten Griechen bedienten sich seiner. Die florierende Safran-Fälschung wurde im Mittelalter mit dem Tode des Fälschers bestraft.
 
So endgültig sind die heutigen Kontrollen für Bio-Gewürze glücklicherweise nicht mehr, doch es gibt strikte Richtlinien, die beim Anbau von Bio-Gewürzen eingehalten werden müssen und für deren „Echtheit“ garantieren.
 
Safranrote Nächte im alten Rom
Wie schon so oft hatten die Römer ihre Hände im Spiel: Sie kultivierten den Safran als erste. Das rote Gold galt ihnen jedoch nicht nur als Gewürz, sondern erfüllte auch gute Dienste als Farbstoff und als vielversprechende Arznei.
Ob die opulenten römischen Mahlzeiten so manchem liebestollen Legionär in safranrote Nächte stürzten, bleibt in der Überlieferung offen. Die Mystik um den Safran und seine aphrodisierende Wirkung hat jedoch die Geschichte bis heute überdauert.
 
Das Gold von La Mancha auch in der Schweiz
Die Araber brachten den Safran vor über 1000 Jahren nach La Mancha in Spanien, wo noch heute der angeblich beste (und teuerste!) Safran wächst. Neben Spanien stellt der Iran eines der größten Anbaugebiete von Safran dar.
In Handarbeit werden die Blüten der Safrankrokusse geschnitten und die Safranfäden herausgezupft. Rund 250.000 Blüten werden für ein Kilogramm des "roten Goldes" benötigt. Ein Gramm biologisch angebauter Safran kostet etwa 8 Euro.
Safran gehört zu den Liliengewächsen (Liliaceae) und stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient. Seit dem 15. Jahrhundert wurde Safran immer wieder in Deutschland, der Schweiz, Österreich und sogar England in Kultur genommen. Am bekanntesten ist das kleine schweizer Dorf Mund im Kanton Wallis; dort, auf ca. 1200 m Seehöhe, werden pro Jahr einige wenige Kilogramm Safrannarben geerntet.
 
Gewürzform
Safran kommt als getrocknete Gewürzfäden bei uns in den Handel und ist in hochwertiger Bio-Qualität verfügbar.
Achtung: Original und Fälschung!
Heute existiert eine enorme Methodenvielfalt, um dem ahnungslosen Gelegenheitskäufer billigen Safranersatz als hochwertiges Gewürz unterzujubeln.
So etwa das Verkaufen von Pflanzen, die mit Safran nichts zu tun haben: gefärbte Grasspelzen, Färberdistel oder Ringelblumen. Auch die irreführende Bezeichnung von Curcuma als „Indischer Safran“ ist unzulässig.
Am besten man kauft Safran aus kontrolliert biologischem Anbau - hier ist die Ware streng nach EU-Verordnung 834/2007 und 889/2008 kontrolliert und garantiert fälschungsfrei!
 
GeschmackSafran schmeckt angenehm aromatisch bitter mit einer leicht scharfen Nuance. Safran duftet sehr kräftig und erinnert leicht an den Geruch von Jodoform.
Safran wird neben seiner würzenden Eigenschaft vor allem auch zum Färben von Speisen verwendet, da sich der enthaltene Farbstoff sofort in Flüssigkeit löst - Reis oder Backwaren erhalten so eine gleichmäßig kräftig-gelbe Farbe.
 
Gerichte
Safran findet sich vor allem in der mediterranen Küche als Gewürz; eine echte Bouillabaisse wäre ohne Safran undenkbar.
Safran eignet sich generell zum Würzen von Fleisch- und Fischgerichten, um ihnen einen typisch mediterranen Touch zu geben.