Weißkraut

Sensibles Kraut mit langer Tradition
Das Weißkraut (Brassica oleracea), der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) zugehörig, ist die wohl beliebteste Krautsorte.
Schon den Römern halfen Krautwickel gegen Rheuma und Gicht und das angeblich von den Chinesen erfundene Sauerkraut trug den Deutschen im zweiten Weltkrieg den anglo-amerikanischen Spitznamen Krauts zu.
Ursprünglich beheimatet war das Weißkraut an den Mittelmeer- und Atlantikküsten, das Hauptanbaugebiet stellt heute Europa dar, der Schwerpunkt liegt flächenmäßig in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Sortenzucht machte aus dem traditionellen Wintergemüse ein Kraut, das zu jeder Jahreszeit als Früh-, Mittelfrüh-, Herbst-
oder Wintersorte in frischer Bio-Qualität erhältlich ist.
Interessanterweise ist die Weißkrauternte bis heute Handarbeit geblieben, da eine maschinelle Ernte das empfindliche Kraut
beschädigen würde. Trotzdem ist es konkurrenzlos günstig am Markt zu haben.
Geschmack und Zubereitung
Weißkraut schmeckt mild-würzig und entfaltet sein Aroma besonders gut, wenn es mit Kümmel gewürzt wird.
Das Weißkraut hat eine bemerkenswerte Besonderheit: Es enthält das sogenannte Ascorbin, eine Vorstufe des Vitamin
C, das erst durch das Kochen zu Vitamin C umgewandelt wird. Bei anderen Gemüsesorten geht das Vitamin C durch das Kochen verloren.
Weißkraut lässt sich roh oder gedünstet als Krautsalat in der Küche einsetzen.
Sehr wohlschmeckend und wärmend sind Krautsuppen. Weitere bekannte Speisen sind Krautfleisch, Krautfleckerl, Krautstrudel und das ungarische Szegediner Gulasch.
Weißkraut sollte man behutsam würzen, da der milde Geschmack sehr schnell von kräftigen Gewürzen überlagert wird.
Tipp!
Angeschnittenes Weißkraut kann man im Gemüsefach des Kühlschranks einige Tage aufbewahren; die Schnittstellen sollte man mit
Frischhaltefolie abdecken.
Ganze Krautköpfe der späten Wintersorten kann man im kühlen Keller einige Monate lagern (typisches Lagergemüse).
Das Weißkraut sollte man immer erst kurz vor dem Garen schneiden, da sonst wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.
Braucht man ganze gegarte Blätter, um Kohlrouladen zu kochen, so gibt man den ganzen Krautkopf in kochendes Wasser; die äußeren
Blätter lösen sich dann ohne Mühe.
