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Glossar

 

Fachbegriffe kurz erklärt

 

Aerob

Als aerob bezeichnet man Vorgänge oder Lebewesen, die Sauerstoff benötigen (lat. aer, die Luft). Wir Menschen sind aerobe Lebewesen.
Das Gegenteil von aerob ist anaerob. Als anaerob bezeichnet man Vorgänge, die unter Sauerstoffabschluss ablaufen bzw. Lebewesen, die keinen Sauerstoff benötigen (z.B. Hefen bei der alkoholischen Gärung).

 

Agrarkultur

Das lateinische Wort „cultura“ meint im ursprünglichen Sinne „Anbau und Bodenpflege“; Agrarkultur hat zwei Bedeutungen: Zum einen ist darunter der Anbau einer bestimmten Nutzpflanze mit allen dazugehörigen Pflegemaßnahmen zu verstehen, zum anderen fasst man unter dem Begriff die gesellschaftlichen Strukturen einer Region, die sich durch die Landbewirtschaftung herausgebildet haben, zusammen.

 

Allopathie

Die Allopathie beschreibt das (übliche) Heilverfahren, gegen eine Krankheit ein Mittel anzuwenden, das eine der Krankheitsursache entgegengesetzte Wirkung hat.
Die Allopathie ist eine von S. F. Hahnemann geprägte Bezeichnung für die übliche Schulmedizin im Gegensatz zur Homöopathie.

 

Artgerechte Tierhaltung
Artgerechte Tierhaltung bedeutet die Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren auf der Grundlage ihres arteigenen Verhaltens. Das Verhalten des einzelnen Tieres in Bezug auf seine körperliche Unversehrtheit (Körperpflege, Ernährung, Bewegung) und der natürliche soziale Kontakt zu Artgenossen sind bei der artgerechten Tierhaltung zu berücksichtigen.

 

Bache
Das weibliche Wildschwein wird Bache genannt. Das Männchen nennt man Keiler.

 

Bactofugation
Die Bactofugation ist ein physikalisches Trennverfahren, das in der Käseherstellung eingesetzt wird.
Die Bakterien (Keime) und Bakteriensporen werden mittels Zentrifugalkraft aus der Milch entfernt (Tiefenreinigung). Der Geschmack der Milch bleibt dabei voll erhalten

 

Beta-Carotin
Beta-Carotin gehört zur Gruppe der Carotine. Dies sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, deren Name sich von der Karotte ableitet.
Das Beta-Carotin ist die chemische Vorstufe des Vitamin A und wird daher auch als Provitamin A bezeichnet. Stoffwechselprozesse im Körper wandeln das Beta-Carotin in Vitamin A um.

 

Bt-Pflanzen
Die Bezeichnung „Bt“ geht auf das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis zurück. Dieses Bodenbakterium produziert ein Bt-Eiweiß, das auf bestimmte Insektenlarven, z.B. die Raupen des Maiszünslers, tödlich wirkt. Der Maiszünsler ist ein Falter, seine Raupen ernähren sich von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen (insbesondere Mais), er gilt daher als Schädling.
Bt-Pflanzen (z.B. Bt-Mais) sind gentechnisch veränderte Pflanzen. Die Forscher übertrugen das Bt-Gen aus dem Bodenbakterium in die Pflanzenzellen, so dass die so entstandene Bt-Pflanze das Bt-Eiweiß in ihren eigenen Zellen produziert. Fressen die Raupen des Maiszünsler solche gentechnisch veränderten Bt-Pflanzen, so sterben sie ab.

 

Chemisch-synthetische Düngemittel
Leicht lösliche mineralische Düngemittel sind nicht in der Lage, die Bodenlebewesen zu fördern; manchmal töten sie diese sogar ab. Die biologische Landwirtschaft verzichtet auf leicht lösliche mineralische Düngemittel.

 

Chromosomen
(griech. „chromos“ = Farbe und „soma“ = Körper) Chromosomen sind in jedem Zellkern typisch für die jeweilige Lebensart in artspezifischer Anzahl und Gestalt vorhanden; Chromosomen kann man sich vorstellen als praktisch verschnürte Bündel der DNA, die als „Knäuel“ geordnet im Zellkern Platz findet.

 

Doppelhelix
Die Doppelhelix ist eine geometrische Figur, bei der eine Helix (dt. Ausdruck: „Wendel“, anschaulich in „Wendeltreppe“) um eine weitere Helix gewunden ist. Übertragen in den biochemischen Bereich findet sich diese Molekülstruktur bei der DNA.

 

diploid siehe hexaploid

 

Doppellender
Doppellender sind Kälber und Jungrinder, die eine überproportionale Muskelfleischbildung im Lendenbereich haben. Da diese Fleischbildung durch Züchtung erreicht wurde, spricht man auch vom sogenannten „Doppellender-Gen“.

 

Düngung
Ernten heißt, Biomasse dem natürlichen Kreislauf entziehen. Wenn die Leistungsfähigkeit des Bodens für weitere Ernten erhalten bleiben soll, muss gedüngt werden. Man unterscheidet organischen Wirtschaftsdünger, organischen Handelsdünger und anorganischen Handelsdünger

 

Erbgut
(in der Biologie) die Gesamtheit der Erbanlagen eines Organismus.

 

Ethologie
Die Ethologie ist ein Teilgebiet der Biologie. Sie ist eng verwandt mit der Psychologie. Übersetzt bedeutet Ethologie die „Lehre vom Verhalten“ oder „Verhaltensforschung“.

 

Extensive Bewirtschaftung
...bedeutet einen landwirtschaftlichen Betrieb auf der natürlicher Grundlage seiner Gegebenheiten mit reduziertem bzw. dem völligen Verzicht auf Mineraldünger- und Pestizideinsatz zu bewirtschaften.
Extensiv bedeutet wörtlich übersetzt "ausgedehnt, auf große Flächen bezogen". Unter "Extensivierung" ist nicht die traditionelle Bewirtschaftung eines Bauernhofes gemeint, sondern die Bewirtschaftung eines Bauernhofes mit Verringerung der eingesetzten Betriebsmittel.
Extensive Bewirtschaftung ist nicht gleichzusetzen mit biologischer Landwirtschaft. In der Bio-Landwirtschaft werden allerdings oft extensive Wirtschaftsweisen eingesetzt (z.B. Mutterkuhhaltung).

 

FAO
Die FAO (Food and Agriculture Organization, Welternährungsorganisation) ist eine Teilorganisation der UNO mit Sitz in Rom. Ihre Aufgabe ist es, die Produktion und die Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte weltweit zu verbessern, um die Ernährung der Weltbevölkerung sicherzustellen.

 

Fermentation
Mit Fermentation oder Fermentierung (lat.fermentum, Sauerteig) bezeichnet man die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien- oder Pilzkulturen, Zellkulturen oder durch Zusatz von Enzymen (Fermenten).
Man macht sich dabei die Fähigkeit der Mikroorganismen zu nutze, Stoffe zu bilden, die sich auf rein synthetischem Wege nur sehr schwer oder gar nicht herstellen lassen.
Die Fermentierung spielt bei der Haltbarmachung von Speisen (z.B. Sauerkraut) und der Herstellung von Käse und alkoholischen Getränken eine wichtige Rolle.

 

Fleischleistung
Die Fleischleistung gibt Auskunft darüber, wie viel ein Rind pro Tag zunimmt und welches Endgewicht es erreicht.

 

Flotzmaul
Der Gesichtsbereich eines Rindes zwischen Nüstern ("Nasenlöchern") und Oberlippe. Typisch für Rinder: sie fahren sich ständig mit der Zunge über das Flotzmaul.

 

Fruchtfolge
Zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit setzt die biologische Landwirtschaft u. a die vielfältige Fruchtfolge ein, z. B. Abwechslung von Halm- und Blattfrüchten (also Getreide und Hackfrüchte oder Futterpflanzen), Abwechslung von Stickstoff mehrenden (Leguminosen) und Stickstoff zehrenden Kulturen, Abwechslung von Humus mehrenden und Humus zehrenden Kulturen, Abwechslung von tief und flach wurzelnden Kulturen.

 

Genom
(gr.-nlat.) einfacher Chromosomensatz einer Zelle, der deren Erbmasse darstellt.
(aus: „Das Fremdwörterbuch“, Dudenverlag, 6. Aufl. 1997)

 

Genotyp und Phänotyp
Während der Genotyp die exakten Erbanlagen eines Lebewesens beschreibt, handelt es sich beim Phänotyp um die Gesamtheit aller äußerlich feststellbaren Merkmale eines Lebewesens. Das können z.B. Haarfarbe, Größe oder auch das Körpergewicht sein.
Ein Beispiel: Eineiige Zwillinge haben einen identischen Genotyp, unterscheiden sich aber in manchmal nur schwer erkennbaren Äußerlichkeiten (die Fingerabdrücke eineiiger Zwillinge sind z.B. immer verschieden); sie haben also einen unterschiedlichen Phänotyp.

 

Geschliffener / Ungeschliffener Reis

Der erste Schritt der Reisaufbereitung nach der Ernte ist das Entfernen der Spelzen (siehe dort), der schützenden Außenhaut der Reiskörner. Entspelzter Reis wird als Vollkornreis (ungeschliffen) oder Braunreis bezeichnet.
Beim Vollreis sind die einzelnen Reiskörner noch von der sogenannten Silberhaut umgeben. Bei der Weiterverarbeitung in einer Reismühle werden die Reiskörner in mehreren Arbeitsschritten von der Silberhaut befreit - abgeschliffen. Das Endprodukt ist weißer Reis, wie er handelsüblich auf dem Markt zu finden ist.

 

Glycolyse
Biochemische Reaktion, bei der Zucker (Glucose) über mehrere Reaktionsschritte zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird. Die dabei frei werdende Energie dient den verschiedenen Lebewesen zur Lebenserhaltung.

 

glycosidisch
Bezeichnung für eine biochemische Bindungsart, die auf den Reaktionsprozess der Glycolyse zurückgeht. Viele chemische Verbindungen (z.B. Flavonoide - bestimmte Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen) kommen in der Natur nicht frei vor, sondern sind glycosidisch an andere Stoffe gebunden.

 

Grüne, graue und rote Gentechnik
Die Gentechnologie ist ein Teilgebiet der Biotechnologie und lässt sich bezüglich ihrer Anwendungsgebiete in drei Teilbereiche untergliedern:

  • Grüne Gentechnik ? Verfahren zur Anwendung gezielter Eingriffe in das Erbmaterial und / oder in die biochemischen Zellsteuerungsvorgänge von Pflanzen
  • Graue Gentechnik - Verfahren zur Anwendung gezielter Eingriffe in das Erbmaterial und / oder in die biochemischen Zellsteuerungsvorgänge von Mikroorganismen
  • Rote Gentechnik - Verfahren zur Anwendung gezielter Eingriffe in das Erbmaterial und / oder in die biochemischen Zellsteuerungsvorgänge menschlicher Zellen im Rahmen medizinischer Anwendungen

 

Hektar, [ha]
Hektar ist eine Maßeinheit der Fläche mit der Einheit „ha“.
1 Hektar sind 10.000 Quadratmeter (100m x 100m); 100 Hektar sind ein Quadratkilometer.
Zur Orientierung: Ein Fußballfeld ist etwa einen dreiviertel Hektar groß.

 

Hexaploid, tetraploid, diploid
Begriffe, die sich in der Genetik auf die Anzahl der Chromosomensätze pro Zelle beziehen. Einen einfachen Chromosomensatz bezeichnet man als haploid (z.B. menschlicher Chromosomensatz), einen doppelten als diploid, ab drei Chromosomensätzen spricht man von Polyploidie  - tetraploid (vier Chromosomensätze), hexaploid (sechs Chromosomensätze).
In der Evolutionstheorie gilt die Polyploidie als Strategie, um ohne ansonsten notwendige geografische Isolation neue Arten hervorbringen zu können.

 

Isoelektrische Fällung
Ausflocckung eines Kolloids durch Erreichung des isoelektrischen Punktes;
Isoelektirscher Punkt = der Punkt, an dem die elektrische Ladung eines Kolloids gerade kompensiert ist

 

Klebereiweiß

Klebereiweiß ist ein pflanzliches Eiweiß, das in den meisten Getreidearten in variierenden Prozentanteilen vorhanden ist. Klebereiweiß ist wasserunlöslich. Seine Menge entscheidet über die Backfähigkeit von Getreidemehlen: Je mehr im jeweiligen Getreide vorhanden ist, desto besser sind die Backeigenschaften.

 

kollodial
fein zerteilt; ein Kolloid ist ein Stoff, der sich in feinster, mikroskopisch nicht mehr erkennbarer Verteilung in einer Flüssigkeit oder einem Gas befindet

 

Koagulation
Gerinnung, von coagulare (lat.) = gerinnen lassen, cheminsches Gegenteil zu Peptisation (pepsis, griech.) = Verdauung

 

Körnerleguminosen
gehören zu den Hülsenfrüchten, die als Viehfutter und als Gemüse angebaut werden, wie z.B.: Ackerbohne, Erbse, Wicke und Lupine. Sie gelten als eiweißreiches Futter, das direkt oder als Silage verfüttert wird. Körnerleguminosen können auch zur Gründüngung verwendet werden.

 

Lactat
Salz der Milchsäure

 

Leichtkalbigkeit
Wenn eine Kuh ihr Kalb termingerecht, schnell, ohne Komplikationen und ohne die Mithilfe eines Tierarztes zur Welt bringt (= abkalbt), bezeichnet man sie als leichtkalbig. Wichtig ist dabei auch, dass nach der Geburt keine weiteren Probleme auftreten (z.B. Euterentzündungen, unausgeglichener Mineralhaushalt - "Festliegen")

 

Mast- und Legehybriden
Die moderne Züchtung findet fast ausschließlich über die so genannte Hybridzüchtung statt. Hybride entstehen durch Kreuzung von Linien - Tieren mit besonderen und reinen Merkmalen. Durch den Kreuzungseffekt haben die Hybriden entweder eine höhere Lege- oder Fleischleistung als die reinen Rassen. Die Hybriden selbst können diese hohe Leistung aber nicht weiter vererben. Würde man sie zur Weiterzucht einsetzen, ginge die Leistungsüberlegenheit wieder verloren.

 

Nassreisverfahren
Die Arbeitsgänge des Nassreisverfahrens stellen sich wie folgt dar:

  1. Aussaat der Reiskörner in das mäßig feuchte Saatbett eines Pflanzfeldes
  2. Räumlich getrennt auf einem Feld, das für den Reisanbau bestimmt ist: Vorbereitung des Bodens durch Durchmischung mit Wasser (pflügen)
  3. Umsetzen der gekeimten Setzlinge vom Pflanzfeld in das Reisfeld per Hand
  4. Bewässern des Feldes während der Wachstums- und Reifezeit, weitere Pflegemaßnahmen sind nicht vonnöten
  5. nach vier bis sechs Monaten ist der Reis zur Ernte herangereift ? die Felder werden trocken gelegt
  6. Reisernte mit Dreschfahrzeugen (zumeist Kettenfahrzeuge, traditionell mit Sicheln)

Neben dem Nassreisverfahren existieren noch folgende Anbauverfahren:

  • regenabhängiger Bergreisanbau
  • regenabhängiger Niederungsreisanbau
  • Tiefwasserreisanbau

 

Nukleinsäuren
Nukleinsäuren sind chemisch betrachtet polymere (langkettige, verschachtelte) Verbindungen. Sie sind auf biochemischem Wege an der Reproduktion des Erbgutes beteiligt. Die bekannteste Nukleinsäure ist die DNA.

 

Ölkuchen
Ölkuchen ist ein nahrhaftes Viehfutter, das beim Pressen des Öls aus Ölfrüchten, z. B. Raps oder Sonnenblumen, zurückbleibt.

 

Parieren
Unter parieren versteht man das Befreien eines Stückes Fleisch von Häuten, Sehnen und unerwünschtem Fett. Die Abfälle heißen Parüren. Sie eignen sich gut für die Herstellung von Fonds und Saucen.

 

Pestizide
Sammelname für alle Pflanzenschutzmittel, egal ob biologisch oder chemisch-synthetisch. Die biologische Landwirtschaft verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide.

 

pikieren (Käse)
Anstechen der Käse bei der Herstellung von Grün- und Blauschimmelkäse, um Luft zuzuführen.

 

Plaggenmist
Als Plaggen bezeichnet man Gras- und Heidesoden, die vom Mineralboden abgeschält („Plaggenhieb“) und dann als Einstreu für den Stall verwendet wurden. Der Plaggenmist kam anschließend, nachdem er mehrere Monate in einer Erdmiete verrottet war, als Dünger auf den Acker. So entstanden im Laufe der Jahrhunderte uhrglasförmig aufgewölbte Ackerparzellen mit mächtiger Plaggenauflage („Plaggenesch“).

 

Precision Farming
Precision Farming (zu deutsch: präziser Ackerbau) bezeichnet eine moderne Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung von Ackerflächen mit dem Ziel, Unterschiede der bodenbedingten Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes auszugleichen.
Zur genauen Positionsbestimmung innerhalb des Feldes werden Navigationssysteme (GPS) eingesetzt, mit deren Hilfe die „punktgenaue“ Ausbringung von Betriebsmitteln möglich wird.

 

Provenienz = Herkunft einer Ware, eines Stoffes

 

Rausche
Unter Rausche versteht man die Tage, in denen eine Sau trächtig werden kann. Die erste Rausche tritt im Alter von etwa 5-6 Monaten auf, der Rauschezyklus (Abstand zwischen zwei Rauschen) beträgt ca. 3 Wochen.

 

Rechtsdrehende / linksdrehende Milchsäure
Die rechtsdrehende (L+) und linksdrehende (D-) Milchsäure haben ihre Namen durch die Eigenschaft, wie sie das polarisierte Licht ablenken, erhalten.
Die eine lenkt polarisiertes Licht nach rechts, die andere nach links ab.
In der Natur kommt die Milchsäure in Form eines Gemisches beider Formen vor.
Für den Menschen ist die rechtsdrehende Form der Milchsäure die physiologisch wirksame, d.h. sie wird in unserem Körper gut verdaut, während die linksdrehende Milchsäure langsamer im Organismus abgebaut wird.
Bei gesunden Erwachsenen kommt es durch den Verzehr von linksdrehenden Milchsäuren zu keinerlei Gesundheitsschäden.
In jüngerer Zeit wird durch das gezielte Beimpfen von Sauermilchprodukten mit entsprechenden Keimen gezielt die L(+) Milchsäuregärung in Gang gesetzt.

 

Rispe, Rispengewächs
Als Rispe bezeichnet man im Pflanzenreich einen Blütenstand, der aus verzweigten, mit wiederum mehreren Blüten besetzten Nebenachsen, die entlang einer zentralen Hauptachse angeordnet sind, besteht. Die Hauptachse bezeichnet man auch als Rispenspindel.
Rispengewächse sind all jene Pflanzen, die einen solchen Blütenstand tragen (z.B. Hafer, Speisehirse).

 

RNS (auch RNA)
Ribonukleinsäure, ein ähnlich der DNA aufgebautes Molekül, das beim Kopiervorgang der Erbinformation während der Zellteilung als Zwischenspeicher dient.

 

Röntgenbeugungsspektroskopie
Ein experimentelles, physikalisches Verfahren, dass zur verfahrenstechnisch vielfältigen Gruppe der Spektroskopie (Messung der Intensitätsverteilung einer elektromagnetischen Strahlung, z.B. Licht) gehört. Es wird dabei untersucht, wie ein bestimmter chemischer Stoff die auf ihn auftreffende Röntgenstrahlung beugt. Die jeweilige Beugungscharakteristik  des untersuchten Stoffes lässt Rückschlüsse auf dessen Molekülstruktur zu.

 

RR-Pflanzen
Die Bezeichnung „RR“ geht auf das synthetische Pflanzenschutzmittel „Roundup“ (ein Breitbandherbizid) zurück. Das Glyphospat, der eigentliche Wirkstoff des Roundup, unterdrückt bei Pflanzen die lebensnotwendige Synthese von Aminosäuren; Pflanzen, die mit Roundup in Kontakt kommen, sterben ab.
Um glyphospattolerante Kulturpflanzen zu gewinnen, wurde das Gen für eine andere Form der Aminosäuresynthese aus einem Bodenbakterium auf die Pflanzen übertragen. Die Pflanzen sind dadurch gegenüber Roundup tolerant und es ist möglich, das Breitbandherbizid nicht mehr nur vor dem Aufgehen der Saat einzusetzen, sondern gezielt im Wachstum der Kultur.

 

Ruderalstandort
der; anthropogen stark veränderter und/oder gestörter Wuchsplatz, sofern dieser weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt wird (z.B. Schutthaufen, Wegränder)
[Quelle: Akademie für Naturschutz und Landwirtschaft (ANL), „Begriffe aus Landwirtschaft und Naturschutz“, 1991]

 

Schläge (Einz. Schlag)
Eine zusammenhängende landwirtschaftlich genutzte Fläche, die mit einer Kulturart bestellt ist, brach liegt oder aus der Produktion genommen ist bezeichnet man als Schlag.

 

Spelzen
Schützende Außenhaut von Getreidekörnern

 

Spurenelemente
Der menschliche Körper braucht eine ganze Reihe von Stoffen, die ihm unbedingt mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Weil meist ganz geringe Mengen genügen, nennt man sie Spurenelemente. Sie werden meist zum Aufbau von Enzymen (z. B. Mangan, Kobalt) und von Hormonen (z. B. Zink, Jod) gebraucht. Für den Aufbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt der Körper Eisen, für den Aufbau des Zahnschmelzes Fluor. Wenn diese wichtigen Spurenelemente in der Nahrung fehlen, wird der Mensch krank.

 

 

Terminatortechnologie
Gentechnisches Verfahren mittels dessen das Saatgut von verschiedenen Pflanzenkulturen steril gemacht wird. Die geernteten Samen sind steril und keimen nicht mehr aus; die Erwirtschaftung von hofeigenem Saatgut ist mit derart gentechnisch veränderten Pflanzen nicht möglich.

 

tetraploid siehe hexaploid

 

transgen, transgene Lebewesen
Als transgen bezeichnet man Lebewesen, die in ihrem Erbgut zusätzliche oder veränderte Gene enthalten. Gewöhnlich werden solche Lebewesen mit biotechnologischen Verfahren hergestellt (Ausnahme: horizontaler Gentransfer in der Natur)

 

Ubiquist
Darin steckt das lateinische Wort „ubique“ (überall). Ubiquisten sind „Allerweltsarten“ - Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen, die an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen Umweltbedingungen vorkommen. Ubiquisten sind auch noch unter ungünstigsten Bedingungen lebensfähig.

 

Viskosität
Die Viskosität ist die "Zähigkeit" einer Flüssigkeit. Diese Zähigkeit resultiert aus den zwischenmolekularen Kräften (van-der-Waals-Kräfte) einer Flüssigkeit, und beschreibt gewissermaßen ein Energieniveau, das in der Flüssigkeit herrscht.
Die Viskosität charakterisiert das Fließverhalten einer Flüssigkeit. Hohe Viskosität bedeutet Dickflüssigkeit, niedrige Viskosität bedeutet Dünnflüssigkeit. Beim Fließen gleiten die Moleküle aneinander vorbei. Dies geht umso schwerer, je höher die zwischenmolekularen Kräfte sind.

 

Vollspaltenboden
Der Boden im Stall besteht abwechselnd aus Balken (Auftrittsfläche für die Tiere) und schmalen Spalten (Durchlass für Kot und Harn). Beim Vollspaltenboden ist der gesamte Fress-, Liege- und Bewegungsbereich mit Spaltenboden ausgestattet.

 

Zellkulturtechnik
Mit Hilfe der Zellkulturtechnik kann man im Labor die massenhafte Vermehrung pflanzlicher Zellen in einem künstlich geschaffenen Milieu mithilfe spezieller Nährstoffe steuern.

 

Zweinutzungsrassen
Rind: "Zweinutzungsrassen" ist ein Begriff aus der Rinderzucht. In der Rinderzucht werden bestimmte Merkmale einer Rasse ausgesucht und herausgezüchtet, z.B. wie viel Milch eine Kuh gibt (= Milchleistung) oder wie viel Fleisch ein Mastrind ansetzt (= Fleischleistung).
Eine Rasse, bei der nicht nur ein Merkmal, sondern zwei herausgezüchtet wurden bezeichnet man als "Zweinutzungsrasse" (z.B. viel Milch und viel Fleisch).
Huhn: Zweinutzungsrassen entstehen durch Kreuzung zweier oder mehrerer Rassen miteinander. Sie erbringen zufriedenstellende Lege- und Fleischleistungen, reichen im Ertrag aber nicht an die reinen Lege- und Mastrassen heran. Sie sind meist widerstandsfähiger und weniger anfällig für Krankheiten.